Kleine Toilettengeschichte

Die Toilette gehört heute zum Alltag dazu - und schon vor Jahrtausenden waren die Vorläufer der heutigen Toilette im Einsatz.

Toiletten gehören für uns heute zum Alltag wie selbstverständlich hinzu. Doch das war nicht immer so – blicken Toiletten zwar auf eine lange Geschichte zurück, gibt es die Modelle, wie wir sie heute kennen, jedoch noch gar nicht so lange.

Die Bezeichnung „Toilette“ leitet sich von dem französischen Wort „toile“ (Tuch) ab. Früher war unter der Toilette nicht die sanitäre Einrichtung als solche gemeint, sondern vielmehr verstand man darunter den Vorgang des Ankleidens und Zurechtmachens.

Schon die Griechen und Römer saßen auf den Vorläufern unserer heutigen Toiletten. Die Griechen bauten Abwassersysteme, die Römer Latrinen. Es war üblich, sich in Gesellschaft zu entleeren und nicht selten dabei auch wichtige Geschäfte abzuschließen. Daher rührt auch die Bezeichnung „sein Geschäft verrichten“.
In Mittelalter und Renaissance gerieten jedoch die System der Antike in Vergessenheit – Toiletten gab es zu dieser Zeit nicht. Die Notdurft wurde im Freien verrichtet oder in Nachttöpfen, die wiederum auf der Straße entleert wurden. Neben den Gestank zog diese Art der „Hygiene“ auch Seuchen nach sie, wie zum Beispiel die Cholera.

Das erste „richtige“ WC, das Ähnlichkeit zu unserer heutigen Toilette aufweist, stammt aus dem 19. Jahrhundert. Es wurde in England von einem Uhrenmacher entwickelt, die Fäkalien wurden allerdings durch Rohre noch direkt in die Flüsse geleitet. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts ging man dazu über, Trink –und Abwasser voneinander zu trennen. Kläranlagen entstanden zum Ende des Jahrhunderts.
Zunächst bestanden die Toilettenschüsseln aus Gusseisen, später, um die Reinigung zu erleichtern und bessere hygienische Grundlagen zu schaffen, stieg man auf Keramikfassungen um. WC-Spülkästen traten erstmals Ende des 19. Jahrhunderts in Erscheinung.

Heute gibt es die Toilette in allen möglichen Ausführungen – inklusive Toilettendeckeln in vielzähligen Varianten. Der Umgang mit dem Geschäft wird heute als selbstverständlich empfunden und ist kaum noch ein Gesprächsthema – zumindest nicht in der westlichen Welt.

Am 19. November ist übrigens Welttoilettentag. An diesem Tag soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass es auch heute noch Länder und Regionen gibt, in denen sanitäre Einrichtungen nicht die Regel und die hygienischen Bedingungen zuweilen katastrophal sind.

Wer sich für die Geschichte der Toilette interessiert, kann in München auch das Nachttopfmuseum besuchen. Hier werden mehr als 8.000 Exponate aus aller Welt und verschiedenen Epochen präsentiert.
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